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Gerätehaus

Das Klausdorfer Feuerwehrhaus - oder auch Gerätehaus genannt - liegt idyllisch am Dorfteich direkt neben der Kirche im Ortskern von Klausdorf. Mitten drin. Die kleine Gartenanlage und auch die Blumenkästen an den Fenstern runden das Bild ab.
Man sieht schon von weitem, das dieses Gebäude nicht nur ein Zweckbau ist, sondern Heimat für die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf. Liebevoll reden sie von „Ihrem“ Gerätehaus und verbringen so mache Zeitspanne neben dem offiziellen Feuerwehrdienst dort. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem nicht mindestens ein Tor aufsteht und mehrere Feuerwehrleute am werkeln sind.

Was man nicht erkennen kann ist, dass dieses Gerätehaus erst 1988 gebaut wurde.
Im angenäherten Stil des Ursprungsbaus.

 

Hier nun ein bisschen mehr als 100 Jahre Geschichte des Gerätehaus Klausdorf:

 

Die Freiwillige Feuerwehr Klausdorf gründete sich 1913. Mit Gründung einer Feuerwehr hatte man aber noch kein Material und erst recht kein Feuerwehrhaus.
Was nun? Eine Lösung wurde gefunden. Eine kleine gemauerte Garage an der Ecke Dorfstraße-Kirchenweg diente der Wehr nun als „Spritzenhaus“  (auch das ist ein Begriff für das Gerätehaus). Es gab aber weder Feuerwehrfahrzeuge noch Löschkarren. Lediglich eine sogenannte Handpumpe. Diese musste erst auf ein Pferdefuhrwerk (eine Kutsche) gebracht werden. Einen Antrieb für das Pferdefuhrwerk, sprich die Pferde hatte die Feuerwehr auch nicht. Diese mussten erst von den Bauern aus der Nähe „ausgeliehen“ werden. Es soll Berichte geben, bei denen man stolz war, dass schon nach einer Stunde mit den Löscharbeiten begonnen werden konnte.

Der I. Weltkrieg begann 1914. Das „Garagen-Spritzenhaus“ wird zu klein, da eine zweite Kutsche dazu kam, die die Mannschaft zum Einsatzort brachte.
Das am Dorfplatz stehende Armenhaus wird 1915 zu einem Teil zum „Spritzenhaus“ umgebaut. (Im Armenhaus lebten verarmte ältere Menschen, die nicht mehr selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten. Sie erhielten dort einen Wohnplatz und Verpflegung.)

1918 war der I. Weltkrieg und das Kaisereich zu Ende. Es begann eine politisch und auch wirtschaftlich turbulente Zeit. Die einen Höhepunkt mit der Inflation von 1923 hatte. Trotz dieser Wirren wurde 1924 das Armenhaus abgerissen und an gleicher Stelle entstand der Spritzenhaus-Neubau.

1925 war das erste – nur für diesen Zweck gebaute – Spritzenhaus fertiggestellt. Feierlich wurde die Einweihung durchgeführt. Das Gerätehaus verfügte über zwei Einstellplätze für Fuhrwerke oder auch für Automobile und einem Schlauchturm (Schlauchtürme dienten zum Trocknen von Druckschläuchen nach einem Einsatz. Dies war besonders wichtig, da die Schläuche noch aus Hanf hergestellt waren.).
Im neuen Gerätehaus wurden im ersten Stock noch zwei Wohnungen für Angehörige der Feuerwehr und ihre Familien eingerichtet. Bedenkt man die zeitlichen Hintergründe, war das schon eine enorme finanzielle Leistung der Gemeinde, ein solches Haus bauen zu lassen.



Alarmiert wurde immer noch mit dem „Feuerhorn“. 
(Auch in der Feuerwehr Klausdorf  gab es eine Hornisten-Abteilung. Sie waren an den Schultern der Uniformjacke extra gekennzeichnet und zuständig für die Übermittlung von Befehlen und Signalen, die als Warn-, Alarm- und Führungssignale von großer Bedeutung waren.

Zur schnellen Alarmierung blies der Hornist an verschiedenen Stellen im Ort sein Signalhorn, welches auch "Feuerhorn" genannt wurde. Das Feuerhorn wurde auch an der Einsatzstelle zur Übermittlung der Befehle genutzt. Durch den Hornisten wurde, bei Beerdigungen eines Feuerwehrkameraden, die letzte Ehre erwiesen. Als Instrumente wurden einfache Hörner ohne Ventile verwendet, die mit einem Lederriemen über der Schulter getragen wurden.)

Im Luftschutzgesetz (vom 26.6.1935) wurden die Gemeinden und Städte dem Grad ihrer Gefährdung nach in Luftschutzorte I., II. und III. Klasse eingeteilt. Die Durchführung des Luftschutzes war demnach Aufgabe des Reichsluftfahrtministers, also des Staates und so wurde auch in Klausdorf - aufgrund der Nähe zu Kiel - eine Sirene installiert. Der Vorteil: Die Alarmierung bei Einsätzen funktionierte bedeutend besser.

1939 begann der II. Weltkrieg. Die Alarmierungssignale / die Sirenentöne wurden bestimmten Alarmen zugeordnet (Öffentliche Luftwarnung. Fliegeralarm, Akute Luftgefahr, Vorentwarnung und Entwarnung). Der von Deutschland ausgehende Krieg wurde nun in die Heimat getragen.

Bombenangriffe waren im Laufe des Krieges an der Tagesordnung und am 24.07.1944  wurde das Klausdorfer Gerätehaus durch Bomben schwer beschädigt. Die Fahrzeuge und Geräte, die nicht zerstört wurden und noch einsatzfähig waren, wurden nun bei Landwirten in Scheunen und Ställen untergestellt. Auch das auf dem Nachbargrundstück stehende „Alte Schulhaus“ wurde durch Bomben zerstört.

Im Mai 1945 fand der II. Weltkrieg sein Ende. Zerstörungen wohin man sah.
Aber schon 1947 konnte das wiederaufgebaute und renovierte Gerätehaus bezogen werden. Die bis dahin ausgelagerten Fahrzeuge und Gerätschaften fanden wieder ein zu Hause.

Die Gemeinde wächst in den folgenden Jahrzehnten und auch die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf wachsen mit.

1963 wird die Kirche neben dem Gerätehaus auf dem Grundstück der „Alten Schule“ eingeweiht.
Auch das Spritzenhaus wird 1976 um einen Anbau erweitert.  Die Einsatzfahrzeuge werden immer größer und die Tore vom Spritzenhaus werden langsam zu klein. Eine Halle mit zwei weiteren Toren schafft Platz für weitere Fahrzeuge und Gerätschaften. Die großen schweren Tore sind aus Holz und werden über Scharniere per Hand geöffnet. Was bei Schnee und Wind nicht immer einfach war.
Knapp 10 Jahre später wurde beschlossen, dass ein an den Erfordernissen angepasstes Gerätehaus neu gebaut werden sollte. Das alte Gerätehaus wurde abgerissen. Die Feuerwehrfahrzeuge, das Gerät und der Schulungsraum (in der alten Tankstelle) wurden wieder auf mehre Orte verteilt.

Zum 75-jährigen Bestehen der Klausdorfer Wehr konnte 1988 das Gerätehaus bezogen werden. Die Grundform des alten Spritzenhauses wurde übernommen.
Nun standen hier keine Fahrzeuge mehr. Für den großen Fuhrpark wurden seitlich mehrere Kfz-Hallen angebaut mit insgesamt fünf Toren. Im Haus befanden sich jetzt mehrere Toiletten, ein Duschraum, ein Vorstandszimmer, eine Raum für die Einsatzleitung, ein großer Schulungsraum und im Dachgeschoss wurde eine Wohnung eingebaut, die wieder an einen Feuerwehrkameraden vermietet wurde.

Aber auch hier gab es kein Stillstand. Viele weitere Änderungen wurden im Laufe der nächsten 25 Jahre vorgenommen. So bekam der Vorgarten 2003, zur 90-Jahr-Feier, ein hölzernes Denkmal, den überlebensgroßen Feuerwehrmann. Mit seiner Höhe von 2,40 Metern und einem Gewicht von ca. 200 Kg symbolisiert die ständige Einsatzbereitschaft und wurde von Wilfried Slottke - ebenfalls ein Feuerwehrmann - aus Pappelholz geschaffen.

Unser langjähriges Mitglied, Hufschmied und „Mann der Tat“, Fritz Wienroth fertigte das Zifferblatt für die im „Turm“ angebrachte Uhr. Wer genau hinsieht, erkennt dass die Zeiger sogenannte Strahlrohre - sprich Feuerwehrspritzen - darstellen. Was passt besser zu einem Spritzenhaus?

Auch musste die Wohnung im Dachgeschoss dem größeren Platzbedarf der Feuerwehr weichen. Hier befinden sich nun die Kleiderkammer der Aktiven Wehr, die Kleiderkammer und ein Veranstaltungsraum der Jugendfeuerwehr, ein Besprechungsraum, eine kleine Küche und ein Toilettenraum.

Außerhalb des Gebäudekomplexes wurde der alte Anbau (die „Gartenhütte“) abgerissen und es entstand ein Neubau für den Anhänger und zusätzliches Gerät.
Ein beleuchteter Schaukasten informiert schon seit Jahren die interessierten Bürger.

Gegenüber - am Dorfteich - wurde durch die Partnerwehr aus Oberbeuren ein Mammutbaum gepflanzt.

Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf - auch heute noch ein Ort voller Leben.