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Der Feuerwehrhelm

Der Feuerwehrhelm gehört zu einer Feuerwehrfrau oder einem Feuerwehrmann. Man sieht sie selbstverständlich bei jeder Übung und natürlich bei jedem Einsatz. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf kann man, wenn man ganz genau hinschaut, verschiedene Formen, verschiedenes Zubehör und Kennzeichnungen bei den Feuerwehrhelmen erkennen.

 

In diesem Bericht wollen wir etwas tiefer in das Thema einsteigen.

Geschichtlicher Hintergrund:

 

Die Klausdorfer Feuerwehr wurde 1913 - also im Kaiserreich - gegründet. Auch schon zu dieser Zeit waren die Kopfbedeckungen denen des Militärs angeglichen. Das preußische Heer (Schleswig-Holstein war eine preußische Provinz) trug die so genannte Pickelhaube.

Die Feuerwehr trug ebenfalls diese Lederhaube, doch anstatt der Metallspitze wurde ein „Hahnenkamm“ aus Metall - der Ziegelbrecher - aufgesetzt. Der Kamm hatte die Aufgabe, die Auftreffenergie eines herabfallenden Ziegels abzuleiten und im besten Fall den Ziegel zum Zerbrechen zu bringen.

 

Bekannt ist uns kein solches Beispiel aus dem Einsatzgeschehen. Auch konnte man damals schon am Helm bestimmte Führungsfunktionen anhand der Kennzeichnung erkennen. Der Helm unterlag in den nächsten Jahren verschiedener Änderungen.

Ab dem Jahr 1933 wurde der Feuerschutzhelm wieder dem des Militärs angeglichen. Im I. Weltkrieg wurde die Lederhaube gegen den Stahlhelm ausgetauscht. Diese leicht veränderte Stahlhelmform wurde nun auch bei der Feuerwehr eingeführt.

Der Helm (Form „M34“) war schwarz, hatte ein Nackenleder, einen Leder-Kinnriemen und wurde aus Stahlblech (dünner als ein Stahlhelm) gefertigt.

Die Lüftungsöffnungen im Helm bestanden aus jeweils zwei mehrfach-sieb-Löchern (sieben kleine Löcher auf ca. 1 cm Durchmesser) auf der linken und rechten Helmseite (der Militärhelm jeweils nur ein Loch auf jeder Seite.

Der Helmversatz (hintere Vertiefung ab dem Ohransatz) wurde als scharfkantiger Ansatz gefertigt. Mit der Anordnung vom 26.04.1934 wurde er als Feuerschutzhelm vorgeschrieben.

Noch während des II. Weltkriegs wurde die Helmform leicht geändert. Der Helm „M43“ ist die vereinfachte Version des „M34“. Er verfügt über keine Randbördelung und hat einen einfacheren Innenhelm. Zu erkennen ist der „M43“ durch die geschwungene Form zum Helmversatz.

Beide Helmformen wurden zeitweise auch mit aufsetzbarem Hahnenkamm (Ziegelbrecher) gefertigt.

Im Laufe der Kriegsvorbereitung und den damit verbundenen Ausbaus des Luftschutzes wurde ein Luftschutzhelm „M38 Gladiator“ aus Blech für die Luftschutzhelfer und damit auch für Hilfskräfte der Feuerwehr eingeführt.

Dieser Helm hatte im Vergleich zum Feuerwehrhelm einen vorn tiefer gezogenen Schirm. Innen befand sich ein Aufdruck, der den Verkauf des Helms auf 8,00 Reichsmark festlegt.

Normen und Vorgaben eines Feuerwehrhelms:

 

Die Helmform des „M42“ hat sich nach dem II. Weltkrieg - mit nur kleinen Änderungen - bis zum heutigen Tag gehalten. Heute gibt es aber auch hiervon stark abweichende Formen für Feuerwehrhelme.

Das Material bestand eigentlich aus mehrteiligem Stahlblech und wurde dann aus einteiligem Blech gefertigt.

Heute gibt es zugelassene Helme aus Aluminium oder Kunststoff. Die Farbgebung änderte sich vom ursprünglichen Schwarz zum heute üblichen nachleuchtenden Beschichtung in Gelbgrün mit umlaufendem Reflexstreifen.

In Deutschland wurden die Vorgaben für Feuerwehrhelme im Jahr 1956 mit einer Vor-Norm vereinheitlicht und seit 1964 regelte die DIN 14940 die Voraussetzungen. Eine neue Norm ersetzte 1997 durch die DIN EN 443 die europaweiten Bestimmungen.

Heutzutage muss man daran denken, dass Kunststoff-Feuerwehrhelme einer Alterung unterliegen und nach den Vorgaben des Herstellers ausgemustert werden müssen.

Aber auch heute sind Helme, die bestimmte Vorgaben der älteren DIN immer noch erfüllen, für die heutigen Einsatzkräfte zugelassen.

Obwohl der Helm in der Norm und im Sprachgebrauch „Feuerwehrhelm“ heißt, wird er auch von anderen Einsatzorganisationen benutzt, wie z.B.: beim Rettungsdienst.

Weiteres Helmzubehör:


Zu einem Feuerwehrhelm gehört natürlich eine Innenausstattung und ein zugelassener Kinnriemen. Der hinten angebrachte zusätzliche Nackenschutz kann aus Leder bestehen oder es können andere Materialien verwendet werden, sofern die Schutzwirkungen gleich oder höherwertig sind.


Weiterhin kann der Feuerwehrhelm mit zusätzlicher Ausstattung bedacht werden.

Möglichkeiten / Beispiele:

 

+ Helmvisier
+ Schutzbrille mit Helmhalterung
+ Helmlampe

 

Das Material muss für den Feuerwehrdienst geeignet sein. Es kann am Helm angebracht oder in den Helm integriert sein. Beides hat je nach Einsatzart Vor- und Nachteile.

Heutige Kennzeichnungen am Feuerwehrhelm:

 

Da auf der Einsatzschutzkleidung keine Funktionen oder Dienstgrade angebracht werden, dieses könnte die Schutzfunktion beeinträchtigten, ist die Kennzeichnung auf Helmen nicht nur sinnvoll sondern notwendig. Die Kennzeichnung von Feuerwehrhelmen kann, je nach Bundesland, unterschiedlich ausfallen.

 

Bei uns in der Feuerwehr Klausdorf gibt es folgende Helmkennzeichen:

Das große “A“, vorn am Helm, weist darauf hin, dass der Helmträger ausgebildeter Atemschutz-Geräteträger ist und als solcher eingesetzt werden kann.

Führungsfunktionen werden durch rote Streifen gekennzeichnet.

Die Gruppenführerin oder der Gruppenführer trägt links und rechts am Helm einen roten Streifen.

Für die Zugführung sind je zwei untereinander liegende rote Streifen links und rechts angebracht.

Wehrführer und stellvertretende Wehrführer tragen einen roten Streifen, der sich komplett um den Helm legt (einen roten Ring).

Weiterhin können Zahlen auf Helmen angebracht werden. Hierfür gibt es aber in Schleswig-Holstein keine einheitliche Regelung. Dieses kann jede Gemeinde oder Stadt selbst festlegen. Bei der FF Klausdorf gibt es nur zwei Helme, die mit einer schwarzen „11“ auf einem weißen ovalen Feld vorn am Helm angebracht sind. Die 11 kommt von der Funkkennung und soll bei übergeordneten Schadenslagen anzeigen, wer der Wehrführung der FF Klausdorf angehört.

Wo findet sich der Feuerwehrhelm noch:

Bei der neuen – jetzt gültigen – Sicherheitskennzeichnung für „Mittel und Geräte zur Brandbekämpfung“ taucht auch ein Feuerwehrhelm auf.

Zur 100 – Jahr – Feier der FF Klausdorf wurde der Helm als Symbol für die ganzen Feierlichkeiten gewählt. Den Helm konnte man auf Plakaten, Hinweisschildern, Bannern, Einladungskarten und vielem mehr finden.

Viele Feuerwehren haben eine Feuerwehrfahne und auf einigen von ihnen findet sich auch ein Feuerwehrhelm.
Ob nun ein Lederhelm – wie bei der FF Klausdorf – oder eine moderne Helmausführung.

Auch die Jugendfeuerwehr verfügt über einen eigenen Helm. Eine aus Kunststoff gefertigte Helmschale mit umlaufendem Kantenschutz trägt vorn das Abzeichen der Jugendfeuerwehr.