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BORGWARD B2000 A/O

Allgemeines:

 

Die Firma Borgward hatte ihren Sitz in Bremen und wurde 1961 geschlossen.

Bis dahin waren Borgward-Lastkraftwagen beim Bundesgrenzschutz, der Bundeswehr auch beim Luftschutzhilfsdienst (LSHD) sehr beliebt.

Der „Borgward Kübelwagen“, ein offener 9-Sitzer war das Grundmodel. Es gab diese Ausführung auch als Pritschenfahrzeug und als geschlossenen Mannschaftswagen (Kommandofahrzeug). Der Aufbau ist aufgrund der Rahmenverwindung bei Geländefahrten zweigeteilt.

Im zivilen Bevölkerungsschutz (ZB), also beim LSHD, setzte man diese Kübelwagen als Fernsprechwagen ein. Mit ihren fast 9 km Fernsprechkabel  konnten Verbindungen hergestellt werden.

Nach Erlass des Gesetzes über die“ Erweiterung des Katastrophenschutzes“ (KatSG, 1968), übernahmen ab 1972 die Hilfsorganisationen, das THW und die Freiwilligen Feuerwehren alle Fahrzeuge des aufgelösten LSHD.

Der Borgward B2000 A-O (A-O steht für Allrad und Ottomotor) wurden von 1956 bis 1961 (Auflösung der Bremer Borgward-Werke) hergestellt. Die Firma BÜSSING übernahm die Restbestände und fertigte bis 1968 fast 200 weiter Fahrzeuge dieses Typs.

 

Daten:

 

Fahrzeugtyp : Borgward B 2000 A-O / 0,75 t
Hersteller : CARL F.W. BORGWARD
Baujahr : 1959
Sitzplätze : 3
Motor : Sechszylinder – Viertakt
Hubraum : 2350 ccm
Leistung : 82 PS / 60 KW
Höchstgeschwindigkeit : 95 km/h
Kraftstoffverbrauch : 20 bis 25 Liter / 100 km
Getriebe :

4 Vorwärts- und 1 Rückwärtsgänge

Allrad zuschaltbar

Länge : 5,185 Meter
Breite : 1,900 Meter
Höhe : 2,165 Meter
Nutzlast : 1050 kg
Elektrik : 24 Volt
Bezeichnung der Bundeswehr: Lkw 0,75t gl (4 x 4) Kübelwagen



Geschichte diese Fahrzeuges:

1959 Bundeswehr - Mannschaftswagen
1967 Kranaufbau Abschleppwagen
1990 Privatperson – Restaurierung
2003 Wiederzulassung
2009 Klausdorf

 

Dieser BORGWARD wurde 1966 von der Bundeswehr ausgemustert und verkauft. Der hintere Mannschaftsaufbau wurde abgenommen und durch einen Kranaufbau ersetzt. Weiterhin wurde eine über das Getriebe zuschaltbare Seilwinde mit zwei Trommeln eingebaut. Die eine Trommel kann ein verunglücktes Fahrzeug an den Kran heranziehen, die zweite Trommel steuert das Heben und Senken des Hakens.

Hinten - unter dem Fahrzeug - wurde eine Halterung befestigt, die durch den Haken herunter gelassen oder heraufgezogen werden kann. An ihr wird eine „Fahrzeugbrille“ montiert. Diese Brille nimmt dann die Vorderräder des verunglückten Fahrzeugs auf. Der Unterbau ist nicht starr, sondern gleicht die Fahrzeugbewegung aus. So manche Unfallstelle wurde mit diesem Fahrzeug geräumt.

 

Der Kranwagen ist laut Gutachten für Oldtimer – Fahrzeuge nach § 21c StVZO des TÜV – Rheinland / Berlin-Brandenburg vom 02.05.2002 ein „technisches Kulturgut in einem erhaltungswerten Zustand“ und ist damit berechtigt am Ende des Kennzeichens ein „H“ für historisches Fahrzeug zu tragen.

 

Name des Fahrzeugs : Carl
Funkrufname : 11 / 75 / 1 a.D.

Fahrzeuggeschichte Klausdorf:

 

Da der Motor lief, wie ein „Sack Nüsse“ wurden viele Pflegearbeiten notwendig.

 

+ Vergaser gereinigt und mit neuen Dichtungen versehen
+ Vergaserflansch getauscht
+ Ventildeckel und die Ventilseitendeckel gereinigt und mit neuen Dichtungen versehen
+ Ventile eingestellt
+ Zündkerzen, Zündkabel und Verteilerkappe erneuert

 

Auch wurden 2009 noch folgende weitere Arbeiten durchgeführt:

 

+ Lüftungsschläuche, Haubengummis, Luftfilterfaltenbalg und Kühlerdeckel erneuert
+ Erneuerung aller Motor-,  Getriebe- und Achsgetriebeöle
+ Alle Schmierpunkte mit Schmierfett versehen
+ Benzinfilter eingebaut
+ Staukästen, Kanisterhalterung, Kübelspritzenhalterung, in Wagenfarbe lackiert und angebracht

 

Im Jahr 2010 lagen wieder ein paar Reparaturen an.

Die Tachoanzeige viel plötzlich aus und die Nadel ging während der Fahrt von 80 km/h auf null. Die Tachowelle war gebrochen. Eine originale war auf dem Markt nicht zu bekommen. Nach langem Suchen wurde eine ähnliche (etwas längere) gefunden, nur passten die Anschlüsse nicht an das Tachogehäuse. Mit Hilfe vieler Oldtimerbegeisterter kam aber nach einiger Zeit der passende Adapter ans Tageslicht und konnte eingebaut werden.

Weiterhin war die Bremsleistung der hinteren Achse nicht mehr ausreichend.

Die gesamte Hinterrad-Bremsanlage wurde abgebaut und gereinigt. Die Bremsbeläge wurden erneuert und die Radbremszylinder überarbeitet und wieder in Funktion gesetzt. Ein Radbremszylinder musste erneuert werden. Der einzige Bremsschlauch der Hinterradachse wurde auch durch einen neuen ersetzt.

Wenn wir schon bei den Bremsen sind, wurden auch die vorderen Bremsen ausgebaut, gereinigt und die Radbremszylinder überarbeitet. Auch hier kamen die Bremsschläuche neu.

Auch das so genannte Fernthermometer gab seine Tätigkeit auf und musste erneuert werden, damit die Motortemperatur weiterhin im Fahrerhaus abgelesen werden konnte.

 

Hauptuntersuchung 2011: ohne festgestellte Mängel

Hinweis: Reifen alle porös

Ein Satz noch guter gebrauchter Reifen wurde erworben und auf die vierteiligen Felgen gezogen.

 

Hauptuntersuchung 2013: erhebliche Mängel

+ Betriebsbremsanlage Mindestabbremsung nicht erreicht
+ Betriebsbremse 1. Achse, ungleichmäßig (Grenzwert überschritten)
+ Abgasrohr mitte, leicht undicht

 

Das geht so natürlich nicht. Also wieder ran an die Bremsanlage. Die Bremsbeläge der Vorderradbremse waren völlig verhärtet und wurden erneuert. Der Hauptbremszylinder und auch eine verknickte Bremsleitung wurden

ausgetauscht.

Das Abgasrohr herausgetrennt und durch ein neues ersetzt. Bremsen einstellen und ab zur Untersuchungsstelle.

 

Hauptuntersuchung 2013 (zweiter Anlauf): ohne festgestellte Mängel

 

Auch mit diesem Fahrzeug haben wir in jedem Jahr an mehreren Oldtimertreffen teilgenommen.